LOST AND FOUND – PRESSESTIMMEN BERLINALE 2005
„Das Experiment funktioniert ...: Mit ihren Kurzwerken geben die Regisseure und Regisseurinnen einerseits formal überzeugende Statements zur Mentalitätsgeschichte ihrer Heimatländer ab. Andererseits zeigen sie, dass sie selbst Vertreter einer neuen Generation sind. Dazu gehört ... ein ganz eigener tragikomischer Humor. Rumänische Bauernmädchen, serbische Straßenbahnkontrolleurinnen oder feierwütige Hinterwaldbulgaren mögen die Hauptrollen spielen – naiv sind sie nicht. Sondern trotzig, mutig und zuweilen leicht übergeschnappt.“
Berliner Morgenpost, 11.02.05
„Ausgerechnet einer dieser notorisch aggressiven Hühnervögel ist in dem rumänischen Kurzspielfilm ‚Das Mädchen mit dem Truthahn’ von Cristian Mungiu Träger einer poetischen Botschaft über das Erwachsenwerden, aber es spricht ja für das filmische Können, wenn ein so unsympathisches Vieh statt Hunger Rührung beim Zuschauer auslöst.“
Berliner Zeitung, 11.02.05
„Alle müssen auf ihre Weise mit den Anforderungen der Moderne zurechtkommen. Etwa mit dem Nachwuchs, der in den weit entfernten Westen auszuwandern gedenkt. Oder mit den Schulkindern in Mostar, geboren am Tag, als die Brücke fiel, die keine Ahnung haben, was genau Krieg sein soll. Soll man das nun bedenklich oder beruhigend finden? Es ist die Qualität von LOST AND FOUND, den Betrachter mit solchen Fragen allein zu lassen. Diese Regietalente geben Hoffnung.“
Die Welt, 11.02.05
„Intressant ist LOST AND FOUND, weil sich darin die filmästhetischen Traditionen der ehemals kommunistischen Länder ziemlich bruchlos fortsetzen: Nicht die realistischen Strategien dominieren, ein latenter Surrealismus herrscht vor.“
Frankfurter Allgemeine, 12.02.05
„Politisch sein, heißt für diesen Film nicht, sich political correct durchzulavieren, sondern den Finger auf die Wunden zu legen. ... Der Blick in die Vergangenheit richtet sich in die Zukunft.“
Kieler Nachrichten, 11.02.05
„Verknüpft werden die einzelnen Episoden durch einen Animationsfilm, in dem ein Strichmännchen immer wieder nach Milch von der mütterlichen Brust schreit. Wenn man so will, ist das ein selbstironischer Kommentar zur eigenen Gefühlslage: Bedürftig, aber selbstbewusst.“
Berliner Zeitung, 14.02.05
„Der Berlinale Talent Campus [trägt] Früchte. Fünf der sechs Regisseure dieses Kompilationsfilms nahmen im vergangenen Jahr bei der Nachwuchsveranstaltung der Berlinale teil, zu ihnen stieß mit Stefan Arsenijevic der Gewinner des Goldenen Kurzfilmbären 2003. ... Die Filme sind formal überzeugend – und erzählen berührende Ereignisse.“
zitty, Berlin, 02.02.2005
